Google sammelte mit seinen Street-View-Autos Daten aus unverschlüsselten WLAN-Netzen und versprach, diese zu löschen. Jetzt muss der Konzern sieben Millionen US-Dollar Strafe zahlen.
Update (13. März 2013): Strafe für Google
Google handelte einen Vergleich mit den Generalstaatsanwälten von 38 US-Bundesstaaten aus. Der Konzern muss wegen unberechtigter WLAN-Mitschnitte sieben Millionen US-Dollar Strafe zahlen. Die umgerechnet 5,4 Millionen Euro dürften bei einem derart großen Unternehmen aber nicht weiter ins Gewicht fallen ? 2012 gewann Google über 13 Milliarden Dollar vor Steuerabzug. Die Gerichte in Deutschland stellten das Verfahren gegen Google im November 2012 ein. Nach deutschem Recht war die WLAN-Schnüffelei nicht strafbar, berichtet tagesschau.de.
Nicht alle Daten gelöscht
Der Internet-Konzern gab bekannt, dass er gesammelte Daten aus elf Ländern entgegen seinen Zusicherungen nicht vollständig löschte. Die Entdeckung kam mit einem Brief an den obersten britischen Datenschützer Steve Eckersley ans Licht. Google habe die Informationen bei der Überprüfung von Datenträgern gefunden, schrieb Googles Datenschutzbeauftragter Peter Fleischer: ?Google entschuldigt sich für den Fehler.? Das Unternehmen werde die Daten nun löschen. Weitere betroffene Länder sind Irland, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Finnland, die Schweiz, Österreich und Australien.
Street-View-Autos als Datensammler
Wie Welt Online berichtet, speicherte Google während der Arbeiten zu Street View zwischen 2008 und 2010 absichtlich private Daten aus offenen WLAN-Netzen. Bisher ging man von einem Fehler im Softwarecode aus. Nach einem Bericht der amerikanischen Telekommunikations-Behörde Federal Communications Commission (FCC) gelangte Google dabei an E-Mails, Inhalte von Webseiten und andere private Daten aus ungesicherten Netzwerken. Ursprünglich registrierte das Unternehmen den Aufenthaltsort von WLAN-Routern, um Nutzern mit dem Smartphone-Betriebssystem Android eine bessere Orientierung zu bieten.
Einzelner Mitarbeiter verantwortlich?
Ein einzelner Mitarbeiter programmierte die Software für die Kamerawagen. Allerdings informierte dieser seine Kollegen über das Vorhaben, mit den Autos auch private Daten abzugreifen. Mindestens fünf weitere Softwareentwickler und eine Führungskraft sollen in die Pläne involviert gewesen sein. Für das Projekt zuständige Manager sagten dagegen aus, sie hätten erst 2010 von dem Vorgehen erfahren. Dem FCC-Bericht zufolge dachte der Software-Entwickler, die Daten könnten dem Unternehmen nützlich sein.
Google geständig
Bereits Anfang des Monats stellte Google eine stark verkürzte Version des FCC-Berichts zur Verfügung. Das Unternehmen zeigte sich mittlerweile geständig und veröffentlichte die Auswertung in voller Länge. Das liegt wohl auch daran, dass die Behörde Googles Vorgehen nicht für rechtswidrig hält. Eine Google-Sprecherin sagte dazu: ?Wir stimmen mit einigen Aussagen darin nicht überein, glauben aber wie die FCC, dass wir nicht gegen Gesetze verstoßen haben. Wir hoffen, dass wir diese Angelegenheit jetzt abschließen können.?
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