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Geschrieben von Hannibal Lektor am 15.01.2013 um 08:21:

Lampe Neuer Gesetzesvorschlag: Facebook in Europa bald kostenpflichtig?



Sind Facebook & Co. in der Europäischen Union bald kostenpflichtig? Änderungsvorschläge an den aktuellen Datenschutzgesetzen könnten dazu führen. Aber erst muss das Europäische Parlament den Neuerungen zustimmen.





Werbefinanzierte Internetdienste könnten in der EU in Zukunft kostenpflichtig werden, sollten vorgeschlagene Änderungen an den Datenschutzgesetzen der Europäischen Union in Kraft treten. Wie ZDNet in Berufung auf Eduardo Ustaran, Anwalt bei der Kanzlei Field Fisher Waterhouse, berichtet, wären von der neuen Gesetzgebung Dienste wie Facebook oder Gmail so stark betroffen, dass sie ihr Geschäftsmodell ändern müssten.


Inhalt der Änderungsvorschläge

Die Änderungen, die dem Europäischen Parlament zur Überprüfung vorliegen, sollen die persönlichen Daten von EU-Bürgern stärker vor dem Zugriff von Firmen zu schützen. Es geht um große Einschnitte dabei, wie Unternehmen mit Benutzer-Daten umgehen dürfen. Würden die Vorschläge Realität, wäre es für die Internetdienste wesentlich schwieriger bis unmöglich, Nutzerdaten zu sammeln, zu analysieren und zu Werbezwecken an Dritte weiterzugeben. Darüber hinaus würden die Änderungen es den Firmen erschweren, so zu tun, als hätten sie die Zustimmung der Nutzer für die Weiterverarbeitung ihrer Daten ? auch wenn die Nutzer den Nutzungsbestimmungen der Seite zugestimmt haben.


Facebook bald kostenpflichtig?

Ustaran warnt, diese Änderungen dazu führen könnten, dass Facebook in Europa für seine Nutzer kostenpflichtig wird. Diese Äußerung erscheint im ersten Moment zwar überzogen, sie beschreibt aber wirklich den Extremfall. Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was den Kern von Facebooks-Geschäftsmodell ausmacht: das Sammeln von Nutzerdaten und deren Weitergabe an Werbetreibende. Mark Zuckerberg stellt die riesigen Kapazitäten seines sozialen Netzwerkes nicht umsonst im Internet zur Verfügung ? die Rechnungen werden mit Geld aus Werbung bezahlt.


Einschätzung

Aus Verbrauchersicht wäre es durchaus wünschenswert, wenn die vorgeschlagenen Änderungen an der EU-Gesetzesgebung durchgesetzt würden: EU-Bürger hätten damit eine stärkere Position gegenüber Unternehmen und mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass das Europäische Parlament den Änderungsvorschlägen eins zu eins zustimmt. Der Europäische Raum würde sich mit dieser strengen Gesetzesgebung in eine Außenseiterposition im Vergleich zur restlichen Welt bringen. Womöglich würden sich die betroffenen Unternehmen als Reaktion sogar aus der EU verabschieden ? und ihre Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft gleich mitnehmen.


Quelle



Forensoftware: Burning Board 2.3.5, entwickelt von WoltLab GmbH